Du bist krank!
Es war ein scheiß kalter Wintertag und mein Freund und Bandkollege musste mich ja zu sich bestellen.
Genervt lief ich durch die untypisch leeren Straßen von Shibuya. Der4 Wind war eisig und überall lag Schnee. Nicht mal mein warmer Mantel und mein dicker Schal konnten mir wärme spenden. Wäre es nicht Kyo gewesen der mich zu sich bestellt hat, wäre ich zuhause geblieben.
Halb erfroren stand ich nun vor seiner Haustür und klingelte sturm. Es kam mir so vor als würde ich Stunden vor seiner Tür stehen. Der Grund, er machte die Tür nicht auf!
Schon leicht angefressen fing ich an seine Tür zu treten.
Immer noch keine Reaktion…
“Kyo du Zwerg! Mach schon diese beschissene Tür auf! Ich erfriere!”
Richtig angepisst hämmerte ich nun an seiner Tür. Der Putz an den Seiten fing an abzubröckeln und fiel zu Boden. Nun ging die Nachbartür auf und ein Mann mittlerem Alters kam hinausgepoltert.
“Bist du komplett verblödet?! Andere Leute wollen ihre Ruhe haben! Es ist erst 8 Uhr in der Früh und wir wollen schlafen!!!”
Das war zuviel für meine Nerven weshalb ich nur noch ein knacken hörte bevor ich durchdrehte.
“Ach ja?! Ich kann mir auch nichts besseres vorstellen als zu schlafen! Aber der Typ da! Ihr Nachbar, meinte mich in aller Frühe und in dieser scheiß Kälte zu sich zu bestellen. Und nun? Der Idiot macht nicht auf! Und zu allem Überfluss meint nun ein kleiner, fetter Mann mich anzupöbeln! Wenn Sie nicht sofort verschwinden garantiere ich für nichts mehr!!!”
Sichtlich erschrocken wich er zurück und stolperte in seine Wohnung zurück. Die Tür fiel laut ins Schloss.
Langsam drehte ich mich zu Kyos Tür um und trat mit voller Wucht zu.
“Zwerg mach auf oder ich trete die Tür ein!”
Obwohl ich ziemlich wütend war, sank meine Körpertemperatur immer weiter gegen Null. Nicht nur meine Temperatur sank, nein, auch meine Geduld verschwand allmählich.
“Ach Fick dich! “
Ich trat noch einmal gegen die Tür bevor ich gehen wollte, doch die Tür ging nun auf.
Nur eine Hand war sichtbar. Eine dunkle Aura war aus der Tür zu spüren. Mit stechenden, wütenden Augen stand Kyo im Türrahmen und schrie los.
“Du Idiot! Die Tür ist offen! So wie immer! Oder hast du das schon wider vergessen du Arschloch?!”
Ein kleiner Giftzwerg stand nun vor mir und trat mich in seine Wohnung. Nun ging auch die andere Nachbarstür auf und ein ca. 1.90 kam großer, bulliger Mann kam hinaus gestürmt.
“Sag mal hackt es?! Ich hab heute ein wichtiges Turnier und möchte in Ruhe schlafen!!”
“Halt dein Maul Wixxer! Und verpiss dich!”
Wütend schrie der Zwerg namens Kyo seinen Gegenüber an und schmiss die Tür hinter sich zu.
“Und nun zu dir! Warum trittst du gegen meine Tür?! Ich habe geschlafen!”
Leicht durcheinander schaute ich zu Kyo hinunter. Seit wann war er so aggressiv? Moment! Ich rede hier von Kyo! Der ist immer aggressiv!
“Du hast mich zu dir bestellt und du schläfst noch?!”
“Arschloch ich hab gestern mir die Kante gegeben! Mir tut alles weh und ich will schlafen.”
Mit schmerzverzerrtem Gesicht massierte er sich seine Schläfen. Er sah ziemlich bleich aus und nicht gerade gesund. Erst jetzt merkte ich das seine Wohnung, oder zumindest sein Flur total unordentlich war. Eigentlich, ob man’s glaubte oder nicht, war er sehr ordentlich.
“Mir ist schlecht…”
Bevor ich was sagen wollte kippte der Zwerg vor mir um und fiel mir entgegen. Das er si9ch mir so verletzlich zeigte kam sehr selten vor. Doch bevor ich grinsen konnte, kotzte er mich voll.
“Kyo!”
Hier stand ich nun, vollgekotzt mit einem Zwerg im Arm. Der Gestank von Erbrochenem stieg mir in die Nase. Augenblicklich wurde auch mir schlecht, jedoch riss ich mich zusammen.
Kyo war bereits abgetreten als ich ihn ins Badezimmer brachte. Vorsichtig zog ich ihn die stinkenden Klamotten aus und legte ihn in die Badewanne.
Ich hatte ihn schon öfters nackt gesehen, da unser kleiner Sänger immer beim Strippoker verlor.
Grinsend stopfte ich seine Sachen mit meinem vollgekotzten Mantel und meinem Pullover in die Waschmaschine. Eigenartigerweise, war meine Hose verschont geblieben, weshalb ich nun oben ohne da stand.
Leise lief die Waschmaschine vor sich her während ich mich nun um Kyo kümmern wollte. Vorsichtig machte ich die Duschbrause an und wusch ihn mit lauwarmen Wasser.
Kyo lies nur ein leises seufzen von sich hören und schlief weiter. Ich hingegen musste mich zusammenreißen, um nicht in ein lautes Gelächter zu fallen oder ein Foto von <ihm in der Badewanne zu machen.
“Ob ich dich Fotografieren soll?”
Leise vor mich hin flüsternd bekam ich nur ein murren vom gefragtem.
Ist das süß!
Mit einem weichen Handtuch fing ich an Kyo abzutrocknen. Wäre ich in ihn verknallt gewesen, würde ich wahrscheinlich über ihn herfallen. Gott sei dankbaren wir nur sehr gute Freunde und nicht mehr.
Grinsend wickelte ich Kyo in ein neues Handtuch ein und trug ihn in sein Schlafzimmer. Auf dem Weg dahin, hatte ich das Gefühl erschlagen zu werden. Überall waren Klamotten, leere Bierflaschen und Müll.
So hatte ich seine Wohnung noch nie gesehen. Was wohl passiert ist?
Nachdem ich ihn zugedeckt hatte, faste ich einen Plan.
Erstens, würde ich seinen Kühlschrank plündern.
Zweitens, ich würde seine Wohnung aufräumen.
Und drittens, ich sollte mich beeilen.
Zu meiner Enttäuschung war der Kühlschrank leer. So viel zum ersten Stichpunkt. Also machte ich mich daran, den zweiten Stichpunkt zu erfüllen.
Die Wohnung war eine einzige Katastrophe und ich fragte mich warum ich das überhaupt tat. Vielleicht weil er ein wichtiger Freund war?
Nein, weil ich wach war und nichts besseres zu tun hatte.
Scheiß Kyo…
Angepisst räumte ich die Flaschen weg die überall herum lagen und überraschenderweise waren es genug um eine Fußballmannschaft abzufüllen!
“Ob er ´ne Party geschmissen hat? Wohl kaum.”
Kyo konnte man mit vielem in Verbindung bringen, Partys jedoch hasste er.
Nun machte ich mir sorgen. Nicht das er ein Alki wird!
Panisch schaute ich in Richtung Schlafzimmer.
Eines wusste ich, er würde nie ein Alki sein. Das würde ich zu verhindern.
Ich nahm einen großen Beutel und packte die Flaschen hinein. Die herumliegenden Klamotten sammelte ich ebenfalls ein und warf sie in den Wäschekorb. Kurz schaute ich zur Waschmaschine, do9ch die lief immer noch.
Mit einer gelassenen Bewegung zog ich mein Handy hervor und klingelte meinen Kollegen Sho an.
“Hey Frosch! Du weißt doch wo Kyo wohnt. Bring mal was zum essen für mich. Ach und für Kyo gleich auch! Bezahlung? Schreibs auf meine Karte. Nächste Woche bekomm ich Geld und bezahl dann die Rechnung. In Ordnung? Gut bis gleich.”
Sho hatte ein Restaurant von seinen Eltern geerbt und verdiente so sein Geld. Wir kannten uns von der Schule und damals hab ich für mich entschieden in einer Band zu spielen.
Völlig erschöpft warf ich mich aufs Sofa und war mit meiner Arbeit sichtlich zufrieden.
“Wer hätte gedacht das ich so gut aufräumen kann? Tja, da hat sich meine Mum umsonst aufgeregt! Hahaha!”
In meinem Monolog verharrend, merkte ich nicht das jemand hinter mir stand.
“Jo du FKK Freak! Das Essen ist da!”
Erschrocken fiel ich vom Sofa und hörte daraufhin ein hämisches Gelächter.
“Sho wie kommst du hier rein?!”
Langsam stand ich auf und stellte mich neben Sho um die zwei Plastiktüten mit dem Essen entgegen zu nehmen.
“Die Tür ist doch so wie immer auf. Aber was hier eher von Interesse ist, warum bist du halb nackt? Ihr habt doch nicht etwa?”
Shos Mundwinkel stiegen an beiden Seiten bis zu seinen Ohren hin an. Leicht beugte er sich zu mir entgegen und schaute mich breit grinsend an.
Angepisst verpasste ich ihn eine Kopfnuss und trat ihn gegen Schienbein.
“Hast du sie noch alle?! Ich bin hetero! Geld bekommst du nächste Woche!!”
Wütend trat ich ihn aus der Tür und sank an dieser einwenig nach unten. Kaum wollte ich mich auf den Weg in die Küche machen, da stand der Zwerg namens Kyo vor mir. Das Handtuch in was ich ihn eingewickelt hatte, hatte er sich eng um die Hüfte gebunden.
“Was schreist du so? Ich bin total müde…”
Gähnend schaute er sich in seiner Wohnung um und grinste selbstgefällig.
“Du hast ja meine Wohnung aufgeräumt! Und Essen hast du auch noch besorgt! Ach ja, danke für die Wäsche. Hahaha! Hust!”
Über meinen Kopf erschienen mehrere Fragezeichen und zur mindestens wollte ich zu einer eine Antwort.
“Warum hast du soviel getrunken?”
“Jo ich war vorgestern beim Arzt und der sagte ich hätte mich erkältet. Und da er mir keine Medikamente geben wollte meinte er nur, ich solle viel trinken. Und das hab ich getan. Nur hatte ich keine Lust mehr aufzuräumen, da dachte ich, ruf Die an und der macht das schon.”
Breit grinsend drehte er sich um und schlenderte den Flur in Richtung Wohnzimmer.
Kyo war auf dem Weg zum Essen….
Ohne mich!
Wütend verpasste ich ihm einen Tritt in den Rücken.
“Ich hab mich hier abgerackert während du deinen Rausch ausgeschlafen hast!”
“Du Sack! Ich hab nur getan was der Arzt sagte!”
“Tee oder Wasser solltest du trinken und kein Alkohol! Wie krank bist du?!”
“Ach so!”
Total erstaunt packte er sich an die Stirn und fing an zu lachen.
“Du bist dämlich!”
“Scheinbar nicht, denn ich hab dich dazu gebracht meine Wohnung aufzuräumen! Hahaha! Wenn hier jemand dämlich ist dann du! Hahaha!”
Das war zuviel für mich und ich sprang wütend auf ihn.
“Sag das noch mal du scheiß Zwerg!”
Ich saß auf ihn und hielt seine Arme neben seinem Kopf fest, während ich ihn mehrere Kopfnüsse verpasste.
“Jo Freak! Ich hab meinen Schlüssel hier vergessen…”
Kaum hatte Sho die Tür aufgemacht fing er an in ein schallendes Gelächter zu verfallen. Tränen kullerten aus seinen Augenwinkel, seinen Wangen herab.
“Ich schwulen Säcke! Hahaha!!! Und du willst hetero sein!! Hihihi!!!!”
Sho rollte sich lachend auf dem Boden rum, während ich innerlich durchdrehte.
Eines war klar, heute war ein scheiß Tag!
Ende